Hella Berent. asleep with the devil – BLUE COLOR CHART

Multimediale Installation

7. 9. 2014 – 19.10. 2014

Hella Berent, War Correspondent, 2014, Porzellan Keramik, ca. 40 x 25 c

Hella Berent arbeitet in den Medien wie Skulptur, Zeichnung, Künstlerbuch, Fotografie, Video und Installation, aber der Ausgangspunkt ihrer Kunst ist stets die Zeichnung. Der künstlerische Prozess beginnt für Hella Berent mit der Linie: „Eine Linie zu ziehen ist ein existentieller Akt für mich“.
Das betrifft auch ihre Auseinandersetzung mit einer ganz neuen Form von Skulpturen: Spiegeln. Statt aus Spiegelglas gießt die Künstlerin Spiegel aus Porzellan und verbindet damit Malerei und Keramik. Sie trägt mit einem Pinsel flüssiges Platin auf und erzielt eine leicht unebene Oberfläche. Darauf  können dann flüchtige Bilder als Spiegelungen erscheinen, zugleich aber nimmt das Auge das Objekt als konstantes Bild wahr. Ein Reihe der Porzellan – Spiegel präsentiert die Künstlerin in der neuen Ausstellung „asleep with the devil – BLUE COLOR CHART“.
Wichtig für ihr Werk sind, neben den ungewöhnlich experimentellen Techniken wie Glasurverfahren Celadon aus China, auch ihre Reisen. Seit Ende der siebziger Jahren setzt sich Hella Berent intensiv mit Kulturen Südeuropas, Asiens und dem Vorderen Orient auseinander. Fasziniert von der Wechselwirkung von innen und außen stellt die Künstlerin jetzt ihre multimediale Rauminstallation „deconstruction the devil’s sleep“ vor, die sie eigens für das KunstHaus Potsdam entworfen hat. In ihrer Einzelausstellung bewegt sich der Besucher in zwei unterschiedlich gestal-teten Ebenen, in denen Hella Berent neue Perspektiven auf das Verhältnis zwischen den Kulturen eröffnet.

Hella Berent, geboren 1948 in Thedinghausen in der Nähe von Bremen, studierte an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste. 1976 schloss sie als Studentin; Meisterschüler gab es damals noch nicht, des Documenta-Künstlers Reiner Ruthenbeck ab. Kurz darauf folgte ein längerer Aufenthalt als DAAD-Stipendiatin in Italien. Weitere Arbeitsreisen führten die Künstlerin in die USA, nach Indien und regelmäßig in den Orient (Ägypten, Türkei, Syrien und Iran). 1985 erhielt sie das Villa-Massimo-Stipendium der deutschen Akademie in Rom. Seit 1998 hält sich Hella Berent wiederholt am Keramikzentrum .ekwc im niederländischen ´s-Hertogenbosch auf, in dem sie intensive Studien der Blauglasur-Techniken betrieb. 2010 war sie Gast im Field Institute auf der Raketenstation der Stiftung Insel Hombroich in Neuss. 2014 nahm sie ein dreimonatiges Stipendium am Institut CERCCO, Universität der Künste und Design Genf, wahr.

Zur Ausstellung von Hella Berent erscheint die Edition scènes.

Eröffnung Sonntag, 7. September 2014, 17 Uhr

Es sprechen: Annette Jahnhorst, Kunstverein KunstHaus Potsdam, Projektorganisation
Pascual Jordan, Galerist der WerkstattGalerie, Berlin