Wolfgang Rohloff.  MATERIAL TRIVIAL

Bilder und Bildobjekte von 1967 bis heute

11. 5. – 22. 6. 2014

„An Berlin wäre die Popkunst glatt vorbeigegangen, hätte nicht ein Maler namens Wolfgang Rohloff kurz nach Mitte der sechziger Jahre damit begonnen, Trivialgegenstände im Großformat ins Bild zu setzen“, schreibt Lucie Schauer 1980 anlässlich einer Einzelausstellung des Künstlers im Neuen Berliner Kunstverein. Dass Rohloff damals einer der wichtigsten Vertreter der PopArt in der deutschen Kunstszene war, zeigt die Ausstellung mit seinen ironischen und kritischen Materialmontagen. Hautfarbene Steppdecken, Kunstfell oder DekoKlebefolie, die in Westdeutschland als Dezifix bekannt ist – aus Warenhausstoffen entstehen Wolfgang Rohloffs frühe Textilbilder und Materialmontagen. Inspiriert von Künstlern wie Robert Rauschenberg und Richard Hamilton entwickelt der Berliner Künstler neue Gestaltungsmittel und verlässt den traditionellen Bildrahmen. So ersetzt er die Leinwand durch Cord, Latex oder Brokat. Seine Bildträger schneidet er aus Materialien wie Pappe aus, die er anschließend mit Dekostoffen überzieht und montiert. Das Ergebnis sind Arbeiten wie übergroße Stillleben in denen der Künstler auf einer Obstschale aus Marmorfolie, eine Birne aus Schlangenhautimitat und Weintrauben aus gesteppten Decken gruppiert. Stillleben, Porträts oder Hotellandschaften verleiht Rohloff meisterhafte Trompel‘oeil Effekte.
Gemalt, gesprüht, geschnitten und gedruckt spürt Rohloff detailreich und gewitzt jener Warenund Konsumwelt nach, die sich in textilen Mustern und tradierten Themen oder klischeehaften Bildern manifestiert. Von Anfang ist Wolfgang Rohloff ein Einzelkämpfer, der sich weder von Trends noch kunstbetrieblichen Moden einfangen lässt. Die Suche nach innovativen Gestaltungsmitteln, um abgegriffene Themen neu erlebbar zu machen ist bis heute eine ständige Herausforderung für den Künstler.
In der von der Kuratorin Dr. Birgit Möckel konzipierten Werkschau „MATERIAL TRIVIAL – Bilder und Bildobjekte von 1967 bis heute“ wird ein überraschendes Oeuvre mit prägnanten Schlüsselwerken seiner verschiedenen Schaffensperioden vorgestellt. Das Spektrum seiner Ausdrucksmittel und Techniken wird deutlich: von der abstrakten Malerei auf Leinwand über Materialcollagen bis hin zu den raumgreifenden Bildobjekten, den „Shaped Canvases“ (geformte Leinwände) bis hin zu den heutigen Linienfeldbildern (Décollage).

Zur Ausstellung von Wolfgang Rohloff erscheint ein Katalog.

Sonntag, 11. Mai 2014, 17:00 Uhr

Es sprechen Renate Grisebach, Vorsitzende Kunstverein KunstHaus Potsdam
Dr. Eckhart Gillen, Kunsthistoriker und Kurator