Image of Thought

Positionen zeitgenössischer, konzeptueller Fotografie

Kerstin Flake | Frank Höhle | Margret Hoppe | Nadin Maria Rüfenacht |
Björn Siebert | Anett Stuth | Anna Vovan

4. 8.  – 8. 9. 2019

Anna Vovan, aus der Serie Letters (slid under a door), 2015, Fuji Archive Paper, 29,7 x 21 cm

Sieben stilistisch unterschiedliche fotografische Positionen knüpfen in der Ausstellung Image of Thought an den titelgebenden philosophischen Diskurs von Gilles Deleuze zum Gedankenbild oder Denkbild an und führen ihn in den Fotografien als Bilder des Denkens fort. Mit differenzierter Beobachtung hinterfragen die Künstler*innen Kerstin Flake, Frank Höhle, Margret Hoppe, Nadin Maria Rüfenacht, Björn Siebert, Anett Stuth und Anna Vovan vor diesem philosophischen und kunsttheoretischen Hintergrund das Medium Fotografie gleich mehrfach und untersuchen es in seiner unweigerlich inhärenten Eigenschaft als Projektionsfläche wie Reflexionsmittel. Dabei verhandeln sie Stellenwert und Inhalte tradierter Bildauffassungen neu. Die Künstlerinnen und Künstler dieser Ausstellung begleitet in ihren fotografischen Arbeiten die philosophische Frage nach dem Verhältnis von Differenz und Wiederholung – eine Frage die heute wichtiger denn je zu stellen ist.
So erhalten in den Fotografien von Kerstin Flake auf humorvolle Weise auch Gegenstände Porträtstatus und scheinen geisterhaft ein Eigenleben zu führen. Die von Frank Höhle in klassischer Pose Porträtierten versagen sich samt seiner äußerst reduzierten fotografischen Inszenierungen der Subjektivierung. In den Wiederholungen der Szenen werden Schlüsselbegriffe des Genre Porträt wie Repräsentation, Identität und Präsenz ad absurdum geführt.
Die Selbstinszenierungen aus der Populärkultur und Amateurfotografie übersetzt Björn Siebert in perfekte Fotografien und überführt sie damit in den Kunstkontext. Was bedeutet die Aufwertung der Bilder bezüglich ihrer ursprünglichen Individualität und Originalität in der heutigen Fotografie? Anett Stuth öffnet mit ihren fotografischen Collagen von Räumen, Zeiten und unterschiedlichen Genres viele parallele Wirklichkeiten, die sich medial vereinen. Dokumentation, Reproduktion und Neu-Inszenierung wirken hier gleichberechtigt ineinander. Hingegen erweitern sich Gegenstände, Spiegelflächen und Raum in den konstruierten Situationen von Anna Vovan gegenseitig zu mehrschichtigen, weit in die Geschichte reichenden Reflexionsflächen. Dazu changieren die Miniaturwelten von Nadin Maria Rüfenacht zwischen Bühnenarrangement und Stillleben, während Margret Hoppe übergreifend die heutige Relevanz der einstigen Visionen Modernen Bauens befragt.

4. 8. 2019, 17 Uhr  Eröffnung

Begrüßung: Dr. Birgit Möckel, Vorstandsvorsitzende Kunstverein KunstHaus Potsdam e.V.
Einführung: Norbert Wiesneth, Gründer und Direktor PhotoWerkBerlin

8.9. 2019, 16 Uhr Künstlergespräch und Finissage
Moderation: Christoph Tannert, Künstlerischer Geschäftsführer Künstlerhaus Bethanien

Einladung
Pressemitteilung

Beitrag des Kulturmagazins artour  MDR vom 8. August, 22:05
(mediathek) ganze Sendung

Sowie in der Ard Mediathek verfügbar bis 7.9.2019
(mediathek) Beitrag über Björn Siebert